Psychotherapie

Unser Leben ist unruhig geworden: Arbeitsplatz­wechsel, Wohnort­veränderung, Trennung und Verlust von Freunden und Familie – die Anforderungen, die wir bewältigen müssen, fordern und über­fordern uns zeitweise. Nicht immer gelingt es, sich auf neue Gegeben­heiten einzustellen und Menschen reagieren darauf häufig mit Besorgt­heit oder Angst­gefühlen, Über­lastung und Depression. Auch Einsamkeit und ein geringer Selbstwert können das tägliche Leben und das soziale Miteinander belasten.

Der Beginn einer Psycho­therapie ist an dieser Stellen eine sinnvolle Entscheidung, um mit einfühlsamer und kompetenter Hilfe neue Sicht­weisen und Handlungs­möglichkeiten zu erfahren, die das Miteinander in allen Lebens­lagen verbessern und neu gestalten können. Neben der situativen Entlastung geht auch darum, zu verhindern, dass sich belastende Emotionen manifestieren: Ängste können sich zu einer Angsts­törung entwickeln; Einsam­keit, Über­lastung und Traurig­keit begünstigen manchmal die Entstehung einer Depression.

Je nach Art Ihres Anliegens werden wir gemeinsam besprechen, welche Therapie­methoden individuell für Sie eingesetzt werden. Jede Methode hat ihre Stärken. Häufig führt auch gerade die Kombi­nation unterschied­licher Methoden zu einer individuellen, effektiven und schnellen Verbesserung Ihrer Situation.

Die Methoden, mit denen ich arbeite, kommen aus den folgenden Bereichen:

Die klientenzentrierte Gesprächstherapie wurde von Carl Rogers entwickelt und ist gekennzeichnet durch das besondere Verhältnis von Therapeut und Klient, das von absoluter Wertschätzung, Interesse, Achtung und Empathie getragen wird. Es geht dem Therapeut in seiner Interaktion mit dem Klienten darum, diesen in der Gesamtheit  seiner Wertvorstellungen und Gefühle kennenzulernen. Damit gehört die Gesprächspsychotherapie zu den humanistischen Therapiemethoden, in denen der Mensch und nicht das Problem im Mittelpunkt steht. Es ist das Ziel, dem Menschen in seiner Entwicklung zu helfen, damit er seine Probleme lösen kann. 

Die Gesprächspsychotherapie ist eine sehr häufig angewendete und wissenschaftlich gut untersuchte Psychotherapieform. Diese Therapieform ist für Lebenskrisen oder Problematiken in allen psychosozialen Bereichen wie Ehe und Partnerschaft oder auch Erziehung geeignet. Die Gesprächspsychotherapie wird ebenso bei affektiven Störungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen, somatischen Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen häufig angewendet.

Die systemische Therapie ist ein eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren, das den Menschen im Beziehungsgefüge seines Umfeldes betrachtet. Ob Familie, Freundeskreis oder Arbeitskollegen – die Wechselwirkung der Menschen untereinander beeinflusst unsere Persönlichkeitsentwicklung und unseren gegenseitigen Umgang. So geht die systemische Therapie davon aus, dass bereits kleine Veränderungen im Verhalten eines einzigen Menschen erhebliche und weitreichende Veränderungen aller übrigen Beteiligten nach sich ziehen und dass es einen engen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und der sozialen Interaktion gibt.

 

Die systemische Therapie ist klar, lösungsorientiert und hat definierte Leitlinien. Lösungsorientiertes Arbeiten nach Steve de Shazer hat zum Ziel, mit dem Klienten gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, damit er mit selbst gefundenen Schritten das angestrebte Ziel erreicht. Dabei stellen Klienten oft schon nach kurzer Zeit eine Verbesserung Ihrer Situation fest.

In der systematischen Therapie steht nicht das Problem selbst steht im Vordergrund, sondern die Herausarbeitung der beim Klienten vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen. Zu den psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, die mit systemischer Therapie behandelt werden können, gehören affektive Störungen, Angststörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen und alle Störungsbilder der sozialen Interaktion.

Die Verhaltenstherapie gehört zu den heute am häufigsten eingesetzten und wissenschaftlich am besten untersuchten psychotherapeutischen Verfahren. Sie basiert auf Erkenntnissen der modernen Lerntheorie und geht davon aus, dass jedes Verhalten erlernt, aufrechterhalten, aber auch wieder verlernt werden kann. In der Verhaltenstherapie stellen psychische Störungen ein fehlerhaft erlerntes Verhalten in bestimmten Situationen oder auf bestimmte Reize dar. Dabei ist das Verhalten nicht ausschließlich durch unser Handeln, sondern auch durch Gedanken, Gefühle und Erfahrungen definiert. In der kognitiven Verhaltenstherapie nach Beck und Ellis geht es dabei insbesondere um das Erkennen von Denkmuster und der Überprüfung gedanklicher Bewertung des Erlebten.

Die Verhaltenstherapie ist problemorientiert ausgerichtet und setzt den Fokus somit auf die Bearbeitung eines konkreten Anliegens. Sie eignet sich besonders für alle psychischen Erkrankungen und Störungsbilder, bei denen unsere Gedanken und Erfahrungen unser Verhalten beeinflussen. Dazu gehören depressive Verstimmungen, Ängste, Zwänge und Persönlichkeitsstörungen.

Heike Rokahr

Pattenser Feldweg 67

30966 Hemmingen